Herstellung eines von Hand gefertigten über-Eck Künstlerrahmens in unserem Atelier


Die wichtigsten Arbeitsschritte der Herstellung eines Künstlerrahmens erläutern wir Ihnen in der folgenden Dokumentation mit Bilder aus unserem Atelier.

Auswahl der Rohholz-Profilleiste


Unser Sortiment umfasst über 600 verschiedene Profilarten in diversen Breiten und Stärken.


Die passende Auswahl des Profiles ist wichtig, um die Erscheinung Ihres Bildes optimal zu unterstreichen.


Für Vergoldungen verarbeiten wir ausschliesslich Weymouth-Holz. Dieses Weichholz ist saugfähig und hat wenig Harzeinschlüsse.


Für diese über-Eck Herstellung verwenden wir ein flaches Profil mit abgerundeten Kanten.






Zuschneiden der Profilleiste


Die drei Meter langen Profilleisten werden nun auf Millimeter genau und passend zum Bild zugeschnitten.





Verleimen


Die zugeschnittenen Rahmenschenkel werden mit Weissleim an beiden Stirn-seiten verleimt.

Heften


Mit der Heftmaschine werden die verleimten Schenkel zusammengesetzt.


Der Rahmen benötigt eine Trockenzeit von 24 Stunden um eine weitere Verarbeitung zu ermöglichen.

Skizzieren


Je nach Kundenwunsch können Elemente vom Bild in den Rahmen integriert wer-den.


Diese werden vorgängig auf dem Rahmen genau skizziert.

Schnitzen


Die aufgezeichneten Elemente werden nun präzise aus dem Rohholz ca. 2-3 mm tief herausgeschnitzt.

Verspachteln von Unebenheiten


Der Rohrahmen wird auf Unebenheiten geprüft. Wenn nötig werden diese mit einer Spachtelmasse aus Leim und Kreide verspachtelt.



Verschleifen


Der ganze Rahmen wird im trockenen Zustand geschliffen. Die letzten Unebenheiten werden somit beseitigt.

Leimtränken


Durch das vorherige Verschleifen hat der Rahmen eine raue Oberfläche, welche für die Leimtränke signifikant ist.


Der Rohrahmen wird mit heissem Hautleim getränkt und einmassiert. Dies ist für den Zusammenhalt „Kohäsion“ der folgenden Grundierung unabdingbar.

Abschluss der Rohholzverarbeitung


Die mit hohem Aufwand betriebene Rohholzverarbeitung ist abgeschlossen.


Nun ist ein optischer Zusammenhang zwischen Bild und Rahmen bereits zu er-kennen.

Grundieren


In unserer Rahmenwerkstatt wird der Rahmen mit selbstgemischter Champag-nerkreide grundiert.


Nach einer eintägigen Trocknungszeit wird dieser Vorgang nach dem Trockenschleifen wiederholt.


Der noch leicht feuchte Rahmen wird mit Kaolin zum dritten Mal abschliessend grundiert.

Trockenschleifen


Nach einem weiteren Tag ist der fertig grundierte Rahmen vollständig getrock-net. Der Rahmen wird oberflächlich geschliffen und entstaubt.

Nassschleifen


Der Rahmen wird nun mit kaltem Wasser nassgeschliffen und verschlemmt. Der Rahmen erhält eine kompakte Oberfläche, welche für die spätere Vergoldung sehr wichtig ist.

Feinschleifen


Nachdem der Rahmen nassgeschliffen wurde, ist nun der letzte Arbeitsschritt der Grundierungsarbeit nötig.


Der Rahmen wird abschliessend noch einmal mit einem hochkörnigem Schleifpapier feingeschliffen.

Die Oberflache ist nun absolut glatt.

Polimentieren 1. Farbe


Der Rahmen wird in der gewünschten Grundfarbe, in unserem Beispiel weiss, polimentiert. Dieser Vorgang wird nach dem Trocknen 3-5 mal wiederholt, sodass die Farbe vollständig deckt.


Poliment ist die Grundierung für die Vergoldung. Das Poliment besteht aus kieselsaurer Tonerde, die mit Speise-gelatine vermengt wird und für das Anhaften des Blattgoldes verantwortlich ist.



Polimentieren 2. Farbe


Mit einer weiteren Farbe, in unserem Beispiel schwarz, wird der Rahmen auf Kundenwunsch nur an der hinteren Kante polimentiert. Dieser Vorgang wird ebenfalls nach dem Trocknen 3-5 mal wiederholt, sodass auch diese Farbe vollständig deckt.


Wir bieten alle NCS- oder Ralfarbtöne als Polimentfarbe für eine saubere Gestal-tung an.


Lassen Sie sich in unserem Atelier beraten!




Verfeinern des Polimentanstriches


Der getrocknete, polimentierte Rahmen wird mit einer feinen Stahlwatte abgerieben und verfeinert.


Die aufgeraute Oberflache wird damit wieder sehr glatt.


Vorpolieren


Zusätzlich zum Verfeinern der Oberfläche reiben wir den polimentierten Rahmen mit gebleichten Rosshaaren plan.


Der Rahmen wird mit diesem Arbeitsgang sehr glänzig und absolut vollkommen in der Beschaffenheit.

Bereit zum Vergolden


Im gezeigten Bild sehen Sie die glänzige Oberfläche nach dem Vorpolieren.

Vergolden


Der polimentierte Rahmen wird nun mit Netzwasser, bestehend aus kalkfreiem Wasser und Brennsprit benetzt. Mit Blattgold, in unserem Beispiel 6 Karat Weissgold, wird der Rahmen vergoldet oder wie es in der Branche genannt wird „angeschossen“.


Durch das Benetzen des Poliments wird die Gelatine, welche sich im Poliment befindet reaktiviert und es entsteht eine

Anhaftung „Adhäsion“ des Blattgoldes auf der Polimentoberfläche.


Das Blattgold ist mit einer Dicke von 1/7000 mm hauchdünn und nur mit viel Sorgfalt und Geduld zu verarbeiten.



Einkehren


Mit einer feinen Watte wird der feucht-trockene vergoldete Rahmen matt eingekehrt. Der Rahmen benötigt nach dem Einkehren ca. 1-3 Stunden Trocknungszeit, bis der nächste Arbeitsschritt folgen kann.

Durchreiben


Mit Scotch-Brite, Stahlwatte oder Bimsstein wird an den Kanten das Weissgold durchgerieben.

Da wir in unserem Beispiel weisses Poliment als Grundfarbe und schwarzes Poliment als Farbe an der Hinterkante verwendet haben, kommt diese durch das Durchreiben zum Vorschein und erzeugt einen speziellen Effekt, welcher mit dem Bild harmoniert.

Polieren


Der Rahmen kann mittels einem Achat-polierstein (Achat = Halbedelstein) an den gewünschten Stellen auf Hochglanz poliert werden.


Durch das Polieren verdichtet sich die Kaolin-Grundierung und erzeugt zusam-men mit dem Poliment eine glänzende Optik.


Die Vergolderarbeiten sind nun abge-schlossen.

Schellackieren


Da die Rahmenoberfläche versilbert wurde, ist das Schellackieren absolut notwendig.


Stellen die nicht mit Schellack oder einem anderen luftundurchlässigen Lack versiegelt wurden, oxidieren innert kurzer Zeit und machen den Rahmen unansehn-lich.

Lichtkante färben


Die Lichtkante wird mit schwarzer Farbe

anhand eines Pinsels gestrichen. Die Farbauswahl ist auf das Bild abgestimmt. Dies kann mit jeder beliebigen Farbe vorgenommen werden.

Rahmenrücken färben


Der Rahmenrücken wird mit schwarzer Farbe anhand eines Schwammes gestri-chen.


Auch hier bieten wir für die farbliche Ge-staltung alle NSC- und Ralfarbtöne an.


Lassen Sie sich in unserem Atelier beraten!

Zaponieren


Abschliessend wird der fertig gefärbte Rahmen mit einem Nitro-Zaponlack gespritzt.


Dieser Lacküberzug dient lediglich als zusätzlichen Schutz.


Die Rahmenherstellung ist nun abge-schlossen.


Nach ca. 35 Arbeitsgängen ist der Rahmen fertig und bereit für die Einrahmung.


Für eine material- und arbeitsgetreue Verarbeitung sind für die Herstellung eines solchen Rahmens mindestens 10-14 Tage Anfertigungsfrist notwendig.

Zuschneiden der Bildunterlage


Als Hintergrund wird der Karton in der Falzgrösse des Rahmens zugeschnitten.


Als Unterlage für unsere Einrahmung ver-

wenden wir ausschliesslich säure- und ligninfreier Karton in Museumsqualität.


In unserem Beispiel verwenden wir passend zum Büttenpapier der Grafik, einen Karton in Naturweiss.




Platzieren der Grafik


Die Grafik wird auf dem Museumskarton eingebettet.


Befestigen der Grafik


Mit einem milden, nicht aggressiven und säurefreien Spezialkleber wird die Grafik auf der Unterlage befestigt.




Zuschneiden des Bilderglases


Das Glas wird auf das benötigte Format zugeschnitten.


In unserem Beispiel verwenden wir ein entspiegeltes UV-Schutzglas der Firma Schott.


Dieses Spezialglas schützt die gerahmte Originalgrafik vor Sonneneinstrahlungen und anderen äusseren Einwirkungen.


Dank der Entspiegelung ist eine absolut farbgetreue Wiedergabe des gerahmten

Bildes garantiert.




Reinigen des Bilderglases


Der Glaszuschnitt wird mit einem Reinigungsmittel gesäubert.


Beim Reinigen von Spezialgläser muss darauf geachtet werden, dass keine ammoniakhaltige Putzmittel verwendet werden.



Zusammenführung von Glas & Grafik


Das gereinigte Glas kann nun mit der auf der Unterlage befestigten Grafik zusam-mengeführt werden.


Wenn noch Staub vorhanden ist, wird dieser jetzt abschliessend entfernt.



Einrahmen


Das Bild wird zum ersten Mal mit dem fertigen Rahmen zusammengeführt.





Befestigen des Bildes


Auf der Rückseite wird das Bild mit Einrahmerstifte befestigt.





Luftdicht verschliessen


Die Einrahmung wird nun mit einem Nassklebeband luftdicht verschlossen und eingekleidet.


Auch die Rückseite der Einrahmung erhält somit eine saubere Optik.




Einrahmungsdetail


Ein Aufhängesystem und Gummipuffer werden an der Rückseite angebracht.




Fertigstellung


Die Arbeit des Einrahmens ist nun abgeschlossen.


René Melliger, seit 30 Jahren in der Vergolder- und Einrahmerbranche tätig, kann sich auch heute noch über eine gelungene Arbeit freuen!




Abholbereit


Der Kundenauftrag steht nun in unserem Atelier zur Abholung bereit.


Wie Sie sehen können, ist die Herstellung eines über-Eck Rahmens ein echtes Handwerk, welches Geduld und künstlerisches Geschick voraussetzt.


Gönnen auch Sie sich einen echten Unikat-Rahmen von der Rahmenvergolderei Breiten-moser Melliger in Luzern!


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!



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